Warum ergibt die TCM so viel Sinn?

Es ist eine Tatsache, dass wir immer älter werden und wir unsere Körper länger brauchen werden, als jede vorherige Generation. Immer effizientere Technologien, ein immer höherer Stresspegel, alternative Job- und Familienkonzepte und ständig neue Herausforderungen des täglichen modernen Lebens, verlangen, dass unser Körper einwandfrei funktioniert und uns gut durch unsere verlängerte Lebensspanne bringt. Gesundheit ist heutzutage nicht nur ein Körper ohne Krankheit, sondern vielmehr ein Körper in Harmonie mit Geist und Seele. Wir wollen nicht nur fit sein, wir wollen uns auch gut und glücklich fühlen.

Genau hier setzt die TCM an. Während die westliche Schulmedizin sich hauptsächlich auf die Behandlung von Krankheitssymptomen konzentriert, will die östliche Medizin zu ihrem Ursprung gelangen. Warum tut etwas weh oder funktioniert nicht? Und warum fühlen wir uns deshalb gleich depressiv? Bei der TCM-Anamnese werden nicht nur unsere physischen, mentalen und emotionalen Befindlichkeiten in Betracht gezogen, sondern auch unser gesamtes Umfeld wie Familie, Beruf und Umwelt. Für die TCM sind wir die Fülle von dem, was wir tun, denken und fühlen. Sie betrachtet uns als Ganzes und das macht für uns Sinn.

Wie funktioniert die TCM?

Die Traditionelle Chinesische Medizinist ist ein ganzheitliches und sehr effektives Heilsystem. Die Wurzeln der Chinesische Medizin reichen mehrere tausend Jahre zurück – je nach Quelle 2500 bis 4000 Jahre – und basieren auf konfuzianischem Gedankengut und taoistischer Philosophie. Nach chinesischer Auffassung ist Gesundheit ein Zustand  vollkommener Harmonie und Krankheit ein Ungleichgewicht des Energieflusses im Körper. Ein bisschen wie ein verstopftes Rohr unter der Spüle. Wenn das Wasser – oder in unserem Fall die Energien in unserem Körper – nicht fließen können, kommt es zu einem Stau. Diese Blockaden bereiten uns körperliche oder seelische Beschwerden, welche sich durch verschiedene Symptome äußern können: Sie reichen von einfachen Kopfschmerzen bis hin zu schweren Krankheiten. Unsere Gesundheit kann jederzeit durch Klimaeinflüsse, Konflikte am Arbeitsplatz oder in der Familie oder andere belastende Umwelteinflüsse aus dem Gleichgewicht gebracht werden. Vielleicht sind wir es auch selbst, die wir durch unsere falsche Lebensweise ein Ungleichgewicht verursachen. Was auch immer falsch läuft, dieser Zustand macht uns zu schaffen.

Welche Ziele verfolgt TCM?

Die TCM hat zum Ziel, das Ungleichgewicht auszuloten, Blockaden zu lösen und die Energie wieder fließen zu lassen. Sie vertritt die Ansicht, dass jede Krankheit von vornherein verhindert werden kann, wenn in den Leitbahnen des Körpers ein harmonischer und ungehinderter Energiefluss (Qi) gewährleistet ist. Denn solange das Qi ungehindert fließt, ist der Mensch gesund.

Leichter gesagt, als getan, werdet ihr denken. Wie weiß ich, was innen drinnen wirklich falsch läuft? Es gibt in der TCM verschiedene diagnostische Mittel, um ein Ungleichgewicht der Energien früh zu erkennen und zu behandeln. Methoden wie Akupunktur, Tuina-Massage, Kräutertherapie und eine abgestimmte individuell zugeschnittene Ernährung und Lebensweise können dabei helfen, dein Qi wieder harmonisch fließen zu lassen. Bei Interesse beraten wir Euch gerne!

Die Lehre der 5 Wandlungsphasen bzw. der 5 Elemente Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser

Das System der fünf Elemente, auch Wandlungsphasen genannt, ist die philosophisch fundierte Basis der Chinesischen Medizin. Die alten Chinesen gewannen durch das Beobachten der Natur und des Menschen essentielle Erkenntnisse. Der immer wieder kehrende Ablauf der Jahreszeiten offenbarte bestimmte Muster, die auch im Leben, im Körper und in der Psyche eines Menschen wiederzufinden waren. Man teilte die Abläufe der Natur in fünf Phasen ein und benannte sie nach den wesentlichen Naturphänomenen: Holz, Feuer, Erde, Metall, Wasser. Daraus entstand der Zyklus der Wandlungsphasen, denn nicht durch Stillstand erlangen wir Harmonie, sondern aus der ständigen Veränderung der einzelnen Elemente. Jedes Element nährt das nachfolgende, so das Holz das Feuer, denn nur mit Holz kann Feuer brennen. Aus dem Feuer wird Asche, welche die Erde nährt. Aus der Erde stammt das Metall, das wiederum von ihr genährt wird. Metall nährt das Wasser und reichert es an. Wasser nährt das Holz und schließt somit den Kreis. Alles fließt ineinander. Alles hat einen Sinn.

Ein sehr wichtiges Konzept in der TCM sind die Fünf Wandlungsphasen bzw. fünf Elemente: Holz, Feuer, Erde, Metall, Wasser. Alle Elemente beeinflussen sich gegenseitig, folgen aufeinander und bedingen einander. Ist ein Element nicht stark genug um das andere zu nähren, kommt es zu einem Ungleichgewicht im Körper. Das Ziel aller TCM Behandlungen ist die Harmonie wieder herzustellen.

Die fünf Wandlungsphasen im Zyklus der Jahreszeiten

Dasselbe kann auf die Jahreszeiten umgelegt werden. Im Frühling sprießt die Vegetation und damit im übertragenen Sinne das Holz. Außerdem ist der Frühling in China meist windig. Der Sommer ist heiß und entspricht damit dem Element Feuer. Die Mitte des Jahres, der Spätsommer, der in China als eigene Jahreszeit gilt, ist wieder recht feucht. Es werden mit der Ernte die Früchte der Erde eingebracht. Der Herbst ist in China meistens sehr trocken, wie trockenes Gestein oder eben Metall. Der Winter ist die kälteste Jahreszeit und entspricht dem Wasser, das in Form von kaltem Regen oder Schnee vom Himmel kommt.

Warum sind die 5 Elemente auch für unsere Organsysteme wichtig?

Die TCM ordnet die menschlichen Organsysteme ebenfalls den wesentlichen 5 Elementen zu. Sie werden auch Wandlungsphasen oder Funktionskreise genannt, denn hier sind nicht die Organe selbst gemeint, sondern vielmehr die Funktionen, die sie in unserem Körper ausführen. Jedes Element ist an je ein Yin (Voll)- (zang) und je ein Yang (Hohl)- (fu) Organ gebunden, welche sich gegenseitig nähren, also voneinander abhängig sind.

  • Holz: Leber (zang) und Gallenblase (fu)
  • Feuer: Herz (zang) und Dünndarm (fu)
  • Erde: Milz (zang) und Magen (fu)
  • Metall: Lunge (zang) und Dickdarm (fu)
  • Wasser: Niere (zang) und Blase (fu)

Ist ein Element nicht stark genug, um das andere zu nähren, kommt es zu einem Ungleichgewicht im Körper und wir fühlen uns unausgeglichen oder krank. Dann ist es essentiell, die Harmonie wiederherzustellen. Dabei können die richtigen Nahrungsmittel helfen. Sie füllen das Qi wieder auf und halten es in Fluss. Damit wir nicht nur gesund sind, sondern uns auch so fühlen. Schließlich haben wir noch einen langen Weg vor uns.

In unserem nächsten Blog-Artikel der TCM-Blogartikel-Reihe werden wir uns dem ersten Element Holz und dem dazugehörigen Organ Leber widmen. Seid gespannt, was es über das größte Organ in unserem Körper zu wissen gibt!